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Moshé Feldenkrais wurde 1904 in Slawuta (damals Polen, heute Weißrußland) geboren und wanderte als vierzehnjähriger nach Palästina aus.

Eine Knieverletzung, die er sich als junger Mann beim Fußballspielen zugezogen hatte, führte ihn zu den ersten Entdeckungen, aus denen er später seine Methode entwickelte.

Die Schulmedizin war nicht in der Lage, ihm zu helfen und so begann er mit Selbststudien, um seine Kniebeschwerden zu lindern. Nebenbei beschäftigte er sich u. a. intensiv mit Physiologie, Anatomie, Neurophysiologie, Neurologie und Psychologie. Er nutzte die Lernfähigkeit des menschlichen Gehirns, um ein Problem zu lösen, das medizinisch scheinbar aussichtslos war.

Im Alter von 23 Jahren holte er das Abitur nach, studierte Mathematik und arbeitete danach fünf Jahre lang bei der Landvermessung.

Er wurde begeisterter Anhänger des Jiu-Jitsu, eine Methode des waffenlosen Zweikampfs, lehrte später selbst diese Techniken und veröffentlichte 1929 in Tel Aviv sein erstes Buch "Jiu-Jitsu and Selfdefense".

Durch sein Interesse für die Psychologie lernte er den französischen Heilpraktiker Emil Coué kennen, der die Heilung seelischer Störungen durch Autosuggestion propagierte. Feldenkrais gab 1930 in Palästina eine übersetzte und kommentierte Fassung von Coués Buch "Autosuggestion" heraus.

Nachdem er Elektro- und Maschineningenieur geworden war, graduierte er an der Sorbonne und erhielt den Doktor für angewandte Physik. Ab 1933 war er als Assistent von Frederick Juliot und Irene Curie am französischen Atomprogramm beteiligt.

In Paris begann Feldenkrais bei Professor Jigoro Kano, dem Begründer dieser Sportart, Judo zu lernen. Feldenkrais brachte es als erster Europäer zum schwarzen Gurt. Er gründete 1934 den ersten Judoclub Frankreichs.

Im Zweiten Weltkrieg (1940) floh Feldenkrais nach England. In dieser Zeit setzte er seine Forschungen und Versuche in Neuro- und Verhaltensphysiologie und Neuropsychologie fort. Die Ergebnisse stellte er 1943 der "British Association of Scientific Workers" vor und erregte mit seinem neurophysiologisch fundierten Ansatz zur Weiterentwicklung des menschlichen Gehirns großes Aufsehen.

1947 gab Moshé Feldenkrais in London seine ersten Gruppenkurse. Dort traf er auf Franz Wurm, der später seine Bücher übersetzte und seine Methode durch Radiosendungen in der Schweiz bekannt machte.

Er entwickelte seine Behandlungsmethoden weiter und beschloss schließlich, sich ganz diesem Gebiet zu widmen. Jahrelang arbeitete er in einer kleinen Praxis in Tel Aviv. Nachdem er den bekannten israelischen Staatsmann Ben Gurion erfolgreich behandelt hatte, wurde er auch in Fachkreisen bekannt und viele Fachleute aus anderen Gebieten besuchten ihn.

1968 begann Feldenkrais seinen ersten Ausbildungskurs in Israel, aus dem viele noch heute bekannte Feldenkraislehrer wie Mia Segal, Gaby Yaron, Yochanan Rywerant, Ruthy Alon und Chava Shelav hervorgingen.

In den USA organisierte er 1972 seinen ersten Ausbildungskurs, den er wegen vieler positiver Rückmeldungen 1973 wiederholte. Thomas Hanna, einer der Teilnehmer, bereitete dann von 1975-1977 einen Ausbildungskurs im Humanistic Psychology Institut in San Francisco vor, der den Ruf von Moshé Feldenkrais als genialem Forscher und Lehrer auf dem Gebiet der funktionellen Rehabilitation festigte. Die Namen Funktionale Integration und Bewusstheit durch Bewegung wurden feste Begriffe und die Feldenkraismethode breitete sich schnell aus.

1980 begann Feldenkrais einen weiteren Ausbildungskurs, den er nicht mehr selbst beenden konnte, weil er 1981 eine Gehirnblutung erlitt, von der er sich nicht wieder ganz erholen konnte. Eine Folge weiterer Gehirnschläge raubten ihm die Energie. Moshé Feldenkrais starb 1984 in Tel Aviv.

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